Flexionen
Ein Stuhl ist ein Stuhl ist ein... frei nach dem bekannten Zitat von Gertrude Stein hat Jörg Hundertpfund, Produktdesigner und Professor für Dreidimensionales Design an der FH Potsdam, nicht ein Wort
dekliniert sondern eine Form.
Jörg Hundertpfund, geboren 1960 in Zürich, hat an der HdK Berlin bei Prof. Nick Roericht Industrial Design
studiert und prägt zusammen mit jungen "Stars" wie Werner Aisslinger, Vogt und Weizenegger oder
Fax Quintus die vibrierende Berliner Designszene.
Was passiert mit einer Form, die in alle Richtungen gebeugt, gestreckt, verformt und entfremdet wird?
Erkennt man die Ursprungsform, die Abstammung noch wieder?
Ausgangspunkt zum Thema "Flexionen" war für Jörg Hundertpfund die Entwicklung eines Systems,
einer Art Enzyklopädie der "Beugungen" auf Grundlage von an einem Gegenstand isoliert
darstellbaren Manipulationen. Die Hypothese, so der Designer, ist sehr einfach: "Jeder gestalterische
Vorgang lässt sich als eine Summe von Manipulationen jenseits jeglicher inhaltlicher Aspekte beschreiben.
Diese Eingriffe lassen sich eindeutig darstellen und die Summe der unterscheidbaren Eingriffe ist endlich".
Gegenstand der Manipulation ist ein archetypischer Stuhl basierend
auf einem Quadratraster, der Kantenlänge von 45cm.
Für Jörg Hundertpfund gab es zwei Gründe einen konkreten und eben diesen Gebrauchsgegenstand
zu wählen: 1. man kann ihn als bekannt voraussetzen und 2. er ist nicht allzu komplex: er weist
eine Symmetrie auf und ist "gerichtet", meint , er verfügt über ein eindeutiges Vorne und Hinten und
damit natürlich auch über ein Links und Rechts, Oben und Unten. Im Laufe des Projekts entwickelten sich
10 unterschiedliche Kategorien, wie z.B. Fusionen, Äquilibristen und Hybride.
Es entstanden über 250 Entwürfe von denen ca. 80 Arbeiten gezeigt werden. Eine Auswahl dieser Arbeiten
werden als dreidimensionale Objekte im Massstab 1:1 ausgestellt.
