IM GRÜNEN – les rites de passage
Übergänge von Bekanntem zu Unbekanntem, eine Mischung aus Vertrautem und Fremdem und
die Unsicherheit darüber, was von beidem es nun ist, sind auf verschiedenste Weise Anlaß
für die Arbeiten von Sabine Linse.
Die Ausstellung "IM GRÜNEN – les rites de passage" zeigt erstmals drei unterschiedliche Werk-
gruppen aus Zeichnung, Fotografie und Video in direktem Zusammenhang nebeneinander.
Es sind poetische Bildwelten, voll symbolischer Ausstrahlung, mit dem Anschein einer anderen Welt,
die sich als die unsere ausgibt.
Sabine Linse fotografierte Kinder im Wald, die umgeben sind von Lichterscheinungen und geisterhaft
wirkenden Schatten in einer wie verfremdet scheinenden Welt zwischen Wirklichkeit und Phantasie.
Mit suggestiver Kraft bannen die Bilder den Blick und der Betrachter kann nur ahnen, was hier vorgeht.
Die Schwarz-Weiß Fotografien auf Barytpapier entfalten durch ihre präzisen Inszenierungen und gekonnt
eingesetzte Techniken wie Spiegelungen, Langzeit- und Mehrfachbelichtungen eine traumwandlerische
Wirkung. Auch die Zeichnungen erscheinen märchenhaft. Im mäandernden Geäst krabbelt Getier.
Bei genauem Hinsehen sind es Kreuzungen aus Käfern, Schnecken, Fröschen, Vögeln und Raubkatzen.
Natürliche Fressfeinde mutieren zu neuen anmutigen Geschöpfen. Die filigran verflochtenen Zweige
bilden artifizielle Muster einer stilisierten Natürlichkeit aus.
Das Video schließlich zeigt die absurde Situation dreier Personen beim Versinken in der Natur, das
Ein- und Auftauchen im Grünen.
Sabine Linse, geboren 1966 in Eckernförde, lebt und arbeitet in Berlin. Sie war Meisterschülerin
bei Rebecca Horn an der Hochschule der Künste und erhielt seit ihrem Hochschulabschluß 1997
zahlreiche Förderstipendien, sowie Gruppen- und Einzelausstellungen im In- und Ausland.
